Freiheit, wie Feli sie mag

Meine Lieben,

seit Dezember lief Feli wieder an der Flexileine, da sie sich seit der Silvesterknallerei ohne Leine wie gelähmt fühlte. Zittern und Sitzen konnten nur durch Leinengänge überwunden werden. An die große Freiheit, wie Feli sie mag, war für sie nicht mehr zu denken. 

Da stehe ich, mitten im Wald und warte auf Feli.

Lange lief Feli wieder an der Flexi, da sie in der Silvesterzeit erneut von ihrem schlimmsten Alptraum eingeholt wurde, den Silvesterböllern. Leider war auch nach Silvester die Böllerei nicht vorbei. Immer wieder wurden Knaller in den Gulli geworfen, Raketen für Hochzeiten und Geburtstage gezündet und Feuerwerke gestartet. Zu Hause rast Feli dann unverzüglich in ihr heiß geliebtes Körbchen im Schlafzimmer, das ihr Schutz und Ruhe verspricht.

Sicherheitszone Körbchen, Freiheit, wie Feli sie mag

Steigen wir im Naturschutzgebiet aus dem Auto, zittert sie wie Espenlaub, da wir in der Silvesterzeit dort unsere Gassigänge machten. Dabei waren wir extra dort gegangen, da man nur vereinzelte, weit entfernte Knaller hören konnten. Für sie bleibt es der Gassigang mit dem Knall. Also schaltet ihr Körper auf Zittern.

Gegen das Zittern hilft ihr nur das Laufen. Das bekommen wir aber nur hin, wenn sie an der Leine geführt wird. Ade, Laufen ohne Leine. Ade, Freiheit, wie Feli sie mag. Willkommen Flexileine in freier Natur. Willkommen doppelte Sicherung in der Stadt. So wie Feli sich Schritt für Schritt in einem drei viertel Jahr die Freiheit erobert hat, so nahm ihr die Knallerei die selbe wieder.

Nun haben wir den verlorenen Boden durch üben, üben und noch mal üben wieder gut gemacht. Die Schleppleine ließ sie wieder das Waldterrain zurückerobern. Feli läuft mit der immer schnüffelnden Zina und tut es ihr gleich. Gemeinsam laufen sie vor und zurück. Frauchen immer hurtig dabei. Denkt Feli auch nur daran vom rechten Weg abzubiegen und den Wilddüften zu folgen, stehe ich schon auf dem Ende der Schleppleine. Der befolgte Befehl „Rück“ wird ebenso mit Leckerchen entlohnt wie der gerufene Rückruf „Hier“. Alles klappt wieder super. An den schwierigen Stellen bugsiere ich sie mit dem Suchspiel nach kleinen Leckerchen vorbei.  Ein paar Mal stürmt sie mit Zina nach vorne, doch die Hundepfeife verspricht das Superleckerchen und die beiden lassen sich damit abrufen. Das Superleckerchen, das sind kleine Schinkenwürfel in einer klitzekleinen Blechdose. Klopfe ich mit ihr auf die Pfeife, so scharrt sich meine kleine Hundegemeinde um mich. Dachte ich! 

Langlaufleine im Wald, Freiheit, wie Feli sie mag  Zina und Feli schnupperns, Freiheit, wie Feli sie mag

Zina und Felis Holztour, Freiheit, wie Feli sie mag   Feli mit Langlaufleine, Freiheit, wie Feli sie mag

Ziel der Lauferei ist eine Bauernwiese, auf der Feli endlich ihre befreienden Runden rennen kann. Sie rennt und rennt und irgendwie vergisst sie die Welt. Sie schlägt Haken, überholt die mit ihr rennende Zina, lässt sich überholen, dreht noch mal so richtig auf, bevor sie mit mir in der Wiese Suchspiele startet. Das ist Freiheit, wie Feli sie mag. Dann trollen wir uns zum Auto und die beiden fallen in den Tiefschlaf.

Doch beim ersten Gang mit der Schleppleine hielt die Feli Maus es einfach nicht mehr bis zur Wiese aus. Es juckte sie in den Pfoten. Auf halbem Weg übermannte sie der Freiheitsdrang. Zina und sie starteten einen kleinen Zwischenspurt auf einem ungefährlichen Waldweg. Von mir weg, zu mir hin! Von mir weg, Zina zu mir hin. Doch meine Feli schlug wie ein Kaninchen einen Haken in den Wald. Der platt gelegenen Farn lud zum Kreisen ein. Rumdideldumdideldum! Die Freiheit rief und die Feli folgte.

Da stehe ich nun mitten im Wald und warte auf Feli. Ich sah sie die gesamte Zeit. Nur jede Menge Brombeerpflanzen trennten uns voneinander. Nachdem sie bestimmt zehn große Kreise gezogen hatte, stand sie etwas dullig in der Birne und musste sich erst einmal orientieren, wie sie erneut zu Zina und mir auf den Waldweg stoßen wollte. Aber ihre Nase war es, die ihr den Weg zeigte. Endlich durfte sie einem von den Rehen getretenen Weg folgen. In umgekehrter Richtung, also zu mir hin, ist es erlaubt. Gezielt erreichte sie Zina und mich. Ihr fröliches Gesichtchen ließ nur eines zu, freuen, die Feli ist wieder da!

Freie Feli, Freiheit, wie Feli sie mag

Die letzten gemeinsamen Meter bis zur Bauernwiese liefen wir ganz entspannt. Kommt die Wiese in Sicht, spüre ich wie jedes Mal den Freiheitsdrang der beiden. Doch sie warten artig auf mein Okay. Sobald ich die Lage übersehen konnte, durften die beiden dann ihren Galopp in die Freiheit starten um ihre Wiesenrunden bis zur Erschöpfung zu rennen. Es bietet sich ein herrliches Bild der Freiheit wie Feli sie mag. Völlig verausgabt und hechelnd steht sie zum guten Schluß vor mir. Zina überquert schnuppernd die Wiese und Feli beginnt ihre Nasenarbeit.

Der Genuss der Freiheit hat sich irgendwie auf mich übertragen. Mit einem Lächeln im Gesicht und entspanntem Körper starteten wir den Heimweg. Feli hat sich wieder ein kleines bisschen Freiheit in ihr Leben zurück erobert. Wir werden weiter daran arbeiten.

Liebe Grüße sendet euch

Eure Birgit Feli auf dem Waldweg, Freiheit, wie Feli sie mag

4 thoughts on “Freiheit, wie Feli sie mag

  1. Das freut mich für Euch alle, denn wenn Feli leidet, leiden alle anderen mit.

  2. Perfekt liebe Birgit, ich freue mich für euch 🙂 Diese blöde Knallerei 🙁
    LG 🙂

  3. Liebe Brigitte,
    das ist so wahr. Einer benachteiligt, alle benachteiligt.
    Ich denke, es geht beständig aufwärts.
    Liebe Grüße,
    Deine Birgit

  4. Liebe Heike,
    gestern erst wurde mal wieder irgendwo mit Knallerei gefeiert. Es hört einfach nicht auf.
    Aber es wird.
    Liebe Grüße,
    Deine Birgit

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