Welt der Bücher

Meine Lieben,

momentan entfliehe ich meinem Sofa und dem zu kühlenden Fuß in die Welt der Bücher. 

Ich halte es mit dem Dichter Jean Paul, „Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne“.

In der vergangenen Woche war ich mit den Helden meiner Bücher in London und Frankreich, ich war in Nazareth, Palästina und erneut in London und zum Abschluss des Wochenendes, da war ich in New York, obwohl ich eigentlich beim Gassi Gang am Kanal aus tiefster Seele mit lauter Stimme vor mich hin schmettere, dass ich noch niemals in New York war. Wenn ich so nachdenke, eigentlich war ich in meinen Gedanken und den dort von mir gezeichneten Bildern schon des öfteren in New York.

Im Internet ging mal wieder eine Auktion zugunsten des Tierschutzes zu Ende und ich war die Gewinnerin eines ersteigerten Buches. Mich zog das Bild der rothaarigen Frau auf dem Cover des Buches von Anita Shreve  „Das Echo der verlorenen Dinge“ an. Die Worte „englische Lazarettschwester“ und „Sie hat alles verloren: ihr Gedächtnis ….“ waren die für mich ausschlaggebenden Worte. Einzelne Worte sind es, die meine Aufmerksamkeit auf ein Buch ziehen, die bewirken, dass ich in die Welt dieses Buches eintauchen will. Kaum landete die Büchersendung im Postkasten, schon landete das schöne Buch bei mir auf dem Sofa. Ich hatte mal wieder die richtige Nase. Das Taschenbuch hat mich nicht enttäuscht.

Buch: Das Echo der verlorenen Dinge -Welt der Bücher   Buch: Das Echo der verlorenen Dinge -Welt der Bücher

Es führte mich in die französische Kriegszeit um 1916 – oh, das ist das Geburtsjahr meiner Oma Sofi – bis in die Friedenszeit 1930 hinein. Frankreich, England, Florida, was für eine Gedankenreise. Ich kann euch sagen, das Leben einer Lazarettschwester war meiner Meinung nach unerträglich, durch das, was sie täglich sah. Hätte ich die Lazarettszenen in einem Fernsehfilm gesehen, ich hätte umgeschaltet. Hätte ich die Bilder im Kino gesehen, hätte ich mir die Augen zugehalten und das vielleicht Wichtigste verpasst. Doch im Buch davon zu lesen, dadurch konnte ich das Maß meines Mitempfindens in meinen mir eigenen Grenzen halten. Ich konnte mit Stella durch diese schreckliche Zeit wandern.

Jedes Buch gibt mir meine eigene Passage, meinen mir eigenen Satz mit auf meinen Lebensweg. In diesem Buch stand meine Zeile auf der Seite 269. „Hatten Sie Angst? – Ach, irgendwie wird man es müde Angst zu haben …“ In meinen 55 Lebensjahren stand ich viele und große Ängste aus. Ich habe sie alle überlebt, weshalb ich es wirklich müde bin Angst zu haben. Ich hatte diese Worte für mich nur noch nicht gefunden. Nun werde ich sie nicht mehr verlieren, denn nun stehen sie in meinem kleinen Mops Buch. Das Mopsbuch ist mein Notizbuch, dem ich alle weisen und zu mir passenden Zitate anvertraue. Wenn ich darin lese, dann liegen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur einen Wimpernschlag auseinander und meine Bücher sind mir so nah.

Mops Notiz Buch- Welt der Bücher

Zu diesem Zitat passt auch mein Zitat aus dem Buch „Der Duft von bitteren Orangen“ von Claire Hajaj. „Sei mutig, sei ein Mensch“ heißt es da. Das Buch führte wieder in den Krieg, in den politischen Krieg und den kleinen Krieg, den jeder Mensch mit sich, seinen Mitmenschen und sich selber führt. Seien wir mutig, seien wir Mensch.

Buch Der Duft von bitteren Orangen - Welt der Bücher

Ich hoffe, ihr seid ein Stück mit mir in die Welt der Bücher gereist. Ich wünsche euch allzeit eine gute Lektüre,

eure Birgit lesender Frosch - Welt der Bücher

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