Wo bin ich bloß in meinen Gedanken?

Meine Lieben,

manchmal frage ich mich, wo bin ich bloß mit meinen Gedanken? Zuletzt vergaß ich meine Parkscheibe. Gedankenlos.

Ich bin wirklich beruhigt zu wissen, vergesslich ist der, dem, im Gegensatz zu dementen Menschen, alles Vergessene irgendwann wieder einfällt.

Da fahre ich zu meinem Physiotherapeuten und suche wie immer einen der seltenen Parkplätze in der Parkreihe. Während ich auf der Straße an der von mir links liegenden Parkreihe vorbei fahre, zähle ich drei freie Parkplätze. Während ich warte um in die Straße zu den Parkplätzen einzubiegen, muss ich schon zwei Pkws vor mir abbiegen lassen. Ich hoffe, noch einen der freien Parkplätze zu ergattern. Endlich darf ich einbiegen und einer der Parkplätze ist meiner.

Diese Parkplätze haben eine Parkscheibenpflicht. Ich fahre also auf den ersehnten Parkplatz, greife meine Parkuhr aus dem Seitenfach der linken Tür und stelle sie auf elf Uhr.

Parkuhr im Seitenfach, Wo bin ich bloß in meinen Gedanken

Auf geht es zum Physiotherapeuten. Ich bin jedes Mal völlig begeistert von dessen Versorgung. Seine Übungen zum Muskelaufbau fallen mir zwar immer noch schwer, doch sie wirken sich sehr positiv aus. Das Laufen fällt leichter, die Schmerzen verringern sich, mein Gang gewinnt an Sicherheit. Die positive Denkweise des Therapeuten passt zu meinem positivem Angehen der Ausheilung des Knöchels. Rutsche ich im Wald mit dem linken Fuß aus, so sagt er mir, dass ich nun die Erfahrung gesammelt habe, dass der Knöchel Stand hält. Schon bei meinem ersten Besuch sagte er so schön auf meinem Jammern zum Muskelkater, dass ich nun wisse, dass es diese Muskeln gebe und ich damit beginnen könne, sie wieder aufzubauen. Das „Hallo“ Sagen zu meinen Muskeln ist noch immer nicht beendet, ich frage mich, ob ich manchen dieser Muskeln schon vorher kannte?

Nach getaner Arbeit bei der Physio, mache ich mich zügig auf den Weg zum Auto. Nach dem Einsteigen greife ich automatisch hinter die Frontscheibe, um die Parkuhr wegzustecken. Ich greife ins Leere. Wiederholt taste ich mich entlang der Frontscheibe, doch ich greife nichts. Verdutzt schaue ich ins Seitenfach der Tür. Da liegt das blaue Etwas. Ich ergreife die Parkuhr. Sie ist ordentlich auf elf Uhr eingestellt. Wo war ich bloß mit meinen Gedanken? Ich musste so lachen. Da stelle ich träumendes Huhn exakt die Parkscheibe auf die Ankunftszeit von elf Uhr und stecke sie ins Seitenfach der Tür. Super Birgit! Spitze! Ich komme aus dem Lachen nicht mehr raus.

Parkuhr hinter Scheibe, Wo bin ich bloß in meinen Gedanken   Ankunftszeit, Wo bin ich bloß in meinen Gedanken

Wisst ihr, wen ich dann vor mir sehe? Meine verstorbene Mama! Die exakte Birgit hat sich mal wieder selber ein Bein gestellt. Sie wird auf ihrer Wolke sitzen und sich kringeln vor Lachen. Wenn sie sich wieder eingekriegt hat, würde sie sagen „Gelassenheit Birgit, dann wäre dir das nicht passiert. Gelassenheit, das war ihr Kommentar zu meinem Leben im Bemühen alles richtig zu machen. Gemach! Gemach! Da kann ich nur sagen, ich arbeite dran!

Wo ich mit meinen Gedanken war, weiß ich noch heute nicht. Gelassen werde ich jetzt abwarten, ob mich meine Gedankenlosigkeit noch einen Strafmandat kostet.  Unter dem Scheibenwischer steckte nicht so ein komischer Bon, aber vielleicht haben sie auch nur vergessen, einen drunter zu stecken.

Am Wochenende habe ich meine Geschichte schon ein paar Mal unter Freunden und Familie zum Besten geben und ich hatte jedes mal die Lacher auf meiner Seite. Jeder hatte zu diesem Thema ein eigenes Erlebnis zu bieten, so das ein Lachen in dem nächsten mündete.

Dieses Mal weiß ich, wo ich mit meinen Gedanken war, ganz bei euch meine Lieben. Herzliche Grüße,

Eure Birgit Vergissmeinnicht, Wo bin ich bloß in meinen Gedanken

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