Kino meiner Jugend

Meine Lieben,

ich freue mich so! Es geht heute ins Kino. Das an sich ist nichts besonderes. Doch es ist das Kino meiner Jugend und das finde ich spannend.

Im Kino meiner Jugend, da habe ich doch tatsächlich noch Eintrittsgeld für Filme mit Louis de Funes und das Fäusteduo Bud Spencer und Terence Hill gezahlt. Jeder kennt von Louis de Funes die Szene „Nein?- Doch – Ohh“ und ich habe mich über seine Art von Komik köstlich amüsiert. Auch die Musik zu den Bud Spencer und Terence Hill Filmen war einzigartig und ihre Faustschläge waren eine aneinander Reihung an hohlen Geräuschen in den 1970 und 1980ern.

Nachdem die großen Kinos in unsere Stadt schlossen, da eröffneten zwei kleine Kinos. Eines von den kleinen Kinos schloss seine Pforten sehr rasch wieder. Meine Lieblingsschwester hatte vorher dort neun mal „Dirty dancing“ angeschaut, was einem die jungen Frauen von heute gar nicht mehr glauben wollen. Meine beiden Schwägerinnen waren fünf beziehungsweise sechs mal in diesem Film, doch ich nur einmal. Aber an mir hatte es sicherlich nicht gelegen, dass auch dieses Kino seine Pforten schloss.

Übrig blieb ein kleineres Kino mit drei Kinosälen und circa insgesamt 240 Plätzen, die Loe Studios. Dieses in der Nähe meiner Schule gelegene Kino war ein gern gesehener Treffpunkt für alle Mitschüler. Dort traf ich mich mit meinen Schulfreundinnen, um die neusten Filme anzuschauen im
Kino Surround System, wobei die Bond Filme ganz oben auf der Liste standen.

In dieses Kino meiner Jugend ging ich später auch noch mit meinen Söhnen. Am besten erinnere ich mich noch an einen Asterix und Obelix Film, bei dem mein Sohn mit seinen Schulfreunden seinen Geburtstag mit Popcorn und Cola feierte. Bei seinem jüngeren Bruder musste die Oma Gilla Babysitten, denn er hatte die Windpocken. Wir holten den Kinobesuch nach, nachdem die Juckerei ein Ende hatte.

Leckeres Popcorn

Vor 13 Jahren schloss auch das Kino meiner Jugend, welches das letzte Kino unserer Stadt war. Ab diesem Zeitpunkt mussten wir in die nahe Kreisstadt. Doch nun sind die Loe Studios wieder eröffnet worden und heute schauen mein Lieblingsmann und ich uns den Film von Hape Kerkeling an, „Der Junge muss an die Frische Luft„. Jeder, der diesen Film aus unserem Freundes- und Familienkreis schon gesehen hat, der ist voller Begeisterung. Wie sagte die Schwester meines Lieblingsmannes so schön laut zu ihrem Sohn im Kino, „So ein Ponderosa Rad hatte dein Onkel Andi auch!“ Der sechzehn jährige grinste, als er uns erzählte, dass der ganze Saal gelacht hat.

Kinosaal in den Loe Studios

Es war ein herrlicher Abend mit Cola und leckerem Popcorn. Das Kino ist klein und fein. Es bietet die aktuellen Blockbuster, weshalb wir uns auf jeden Fall beim nächsten Mal dort wieder sehen. „Der Junge muss an die frische Luft“ hat eine Reise in die Vergangenheit geboten, denn so war der Zusammenhalt der Großfamilien früher. Was natürlich auch ansehnlich war, das war mein Ruhrgebiet. Die rauchenden Schlote bilden die Kulisse für das satte Grün der Natur. Hach, ich bin ein Ruhrpottkind.

Die Vorfreude war groß, der Film war klasse und das Kino meiner Jugend ist auch weiterhin mein Lieblingskino. Habt eine schöne Woche und Glückauf,

Eure Birgit

Mittlerer Popcornbecher

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