Die kleine Zweisamkeit

Meine Lieben,

endlich ist es passiert, Zina und Feli fanden die kleine Zweisamkeit. Ich hatte schon so gar nicht mehr gewagt, darauf zu hoffen. Endlich haben die zwei Hundemädels gemeinsam in einem Hundebett gelegen, sich berührt und Zina hat die Feli nicht vergrätzt.

Zina  wurde mit ihren Geschwistern in einem Sack in den Bergen im Wald ausgesetzt. In letzter Minute wurden sie gefunden und gerettet. Sie wurden dann als Handaufzucht groß gezogen, bis sie zur Vermittlung ins Tierheim kamen. Das Rudel blieb zusammen. Ein Hund nach dem anderen wurde vermittelt, zuletzt unsere Zina an uns.

Wie Zina sich so im Rudel verhalten hat, das wissen wir nicht. Ob sie das Rudel genossen hat, auch das wissen wir nicht. Ich weiß nur, dass sie Menschen liebt und dass an Hunden nur wenige ihr Herz erobert haben. Eine befreundete Tierschützerin machte mich beim Gruppenbild von Zinas ehemaligem Rudel darauf aufmerksam, dass Zina schon damals eine Außenseiter Position inne hatte, beziehungsweise ein Einzelhund war. Das könnte aus dem Bild zu schließen sein.

Zina hat jedes Familienmitglied sofort ins Herz geschlossen, doch als sie unsere schon bei uns lebende Elli entdeckte, war ihre Begeisterung nicht sehr groß. Sofort verteidigte Zina ihren Platz, den sie bei der Familie meinte zu haben. Elli ging an ihr vorbei und Zina, die immer erhöhte Plätze für ihre Sicherheit sucht, sprang ihr in den Nacken. Elli schüttelte sich einmal, guckte ihr tief und fest in die Augen, und ging ihres Weges. Zina war,ob dieser Maßregelung, fassungslos, aber auch entspannt. Elli tat ihr nichts, gab ihr die Regeln vor, gab ihr Halt und das war ihr genug. Nie legte Zina sich in Körpernähe zu Elli, die das sicherlich gerne gemacht hätte, denn von ihrer Cooki war Elli die kleine Zweisamkeit gewohnt.

Als Feli kam, die kleine Hündin aus der Kiste im Feld, erlaubte sie ihr keine Nähe. Krass fand ich die Reaktion, als des Nachts ein Körperteil Felis in Zinas Körbchen ragte. Das gab ein riesen Gebell und Gebrumme von Zinas Seite und die damals noch verschüchterte Feli kroch in die hinterste Ecke ihres Körbchens. Sie tat uns so leid. Menschen traute sie noch nicht so richtig und ihre Hundegesellin bot ihr nicht die kleine Zweisamkeit. Keine Chance!

Doch Feli wird immer selbstbewusster. Sie liegt am Tag in Zinas Körbchen, da sie von dort das Kommen und Gehen im gesamten Flur überblicken kann. Ihr Körbchen liegt aufgrund ihrer vormaligen Schreckhaftigkeit geschützt hinter der Tür. Will Zina in das Körbchen, stellt sie sich vor Feli hin und hypnotisiert sie so lange, bis diese in ihr eigenes Körbchen zieht. Doch in der letzten Woche kam es anders.

Mein Lieblingsmann, Zina  und ich machten uns auf den Weg ins Bett. Wie immer stellte sich Zina breitbeinig vor Feli auf, die in Zinas Körbchen lag, und hypnotisierte sie. Auf ihrer Stirn stand geschrieben: Geh in DEIN Bett! Geh in DEIN Bett! Nichts geschah. Feli lag in der von Zina rechten Seite des Körbchens und starrte an die Wand. Auf ihrer Stirn stand geschrieben: Ich sehe dich nicht! Ich bleibe hier! Mein Lieblingsmann und ich waren darauf gefasst, einzugreifen. Doch zu aller Überraschung, lief der Bettgang friedlich ab. Zina stiefelte in den Korb und ließ sich mit einem riesigen Seufzer neben Feli in das Hundebett fallen. Feli sprang nicht auf. Ich würde sagen, ihr Thema des Tages war, dass sie das aussitzte. So kam es dann.

Kleines Bett ganz groß, Die kleine Zweisamkeit

Die beiden ruhten in kleiner Zweisamkeit, Popo an Popo nebeneinander. Wir löschten das Licht und schliefen ein. Erst gegen Morgen hörte ich die Krallen auf dem Laminat. Feli marschierte in ihr eigenes Hundebett.

Popo an Popo, Die kleine Zweisamkeit

 

Nun ist alles wie immer. Toben und spielen verläuft in trauter Zweisamkeit, doch geschlafen wird wieder getrennt. Ich bin gespannt, ob es bis zur nächsten kleinen Zweisamkeit wieder Jahre dauert? Die Hoffnung darauf gebe ich nicht auf, dass die kleine Zweisamkeit sich zu einer großen Zweisamkeit entwickeln könnte. Als Harmonie süchtiger Mensch würde ich mich darüber sehr freuen.

Ich wünsche euch kleine Glücksmomente, die euer Herz erwärmen,

Eure Birgit Feli beim alleinigen Sonnenbad, Die kleine Zweisamkei

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